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Netzhaut- Glaskörperchirugie / AMD- Makulasprechstunde

 

           Jeden Freitag 8:00 Uhr- 12:00 Uhr und 14:00 Uhr- 16:00 Uhr findet eine 

           Makulasprechstunde in unserer Praxis statt.

 

Intravitreale Medikamenteneingabe

Allgemein
Krankhafte Veränderungen von Netzhaut und Glaskörper rufen eine Sehverschlechterung hervor. Je nach Grunderkrankung kann eine Medikamenteneingabe in den Glaskörperraum helfen. Zu den Erkrankungen zählen unter anderem:

  • Makulaödem nach Kataraktoperation, nach Gefässverschlüssen, bei diabetischer Retinopathie, nach anderen Netzhauterkrankungen
  • Feuchte altersabhängige Makuladegeneration
  • Uveitis
  • Seltene Augenkrankheiten mit Gefässneubildungen

Zur Selbstüberprüfung haben wir diesen Test für Sie vorbereitet:

Amsler- Gitter- Test

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  • Falls Sie eine Brille (Lesebrille) oder Kontaktlinsen tragen, benutzen Sie diese
  • Halten Sie das Amsler- Gitter auf Lesedistanz (ca. 30 cm)
  • Halten Sie ein Auge zu (wiederholen Sie den Test auch mit dem anderen Auge)
  • Fixieren Sie den schwarzen Punkt in der Mitte
  • Beurteilen Sie nun, wie die Linien rund um den schwarzen Punkt aussehen:

                  - Sehen Sie verzerrte, verbogene oder verschwommene Linien?

                  - Erscheinen Ihnen die Linien unterbrochen oder fehlen diese ganz?

                      Wenn dies der Fall ist, vereinbaren Sie bitte einen Termin in unserer Praxis!  07141/ 921363

 

Die Medikamenteneingabe in den Glaskörperraum ist als minimal-invasives Verfahren anzusehen. Der Glaskörperraum wirkt in dem Fall als Medikamentenreservoir. Er gibt über mehrere Wochen lang ständig etwas vom Wirkstoff an die Netzhaut und Aderhaut ab. Damit werden retinale Erkrankungen und insbesondere Makulaerkrankungen direkt therapierbar.

Es gibt verschiedene Medikamente zur intravitrealen Injektion (Eingabe in den Glaskörper):

Triamcinolon
Es handelt sich um ein Steroid, welches in kristalliner Form vorliegt. Es wird in Dosierungen zwischen 4mg bis 20mg in den Glaskörperraum eingegeben. Es wirkt gefässabdichtend, abschwellend und entzündungshemmend.

r-TPA
Wenn z. B. infolge einer feuchten Makuladegeneration eine größere Blutung unter der Netzhaut auftritt, so kann sich diese Blutung von alleine nicht komplett resorbieren. Das Sehen verschlechtert sich massiv. Deshalb versucht man bei solchen Blutungen durch die Eingabe von r-TPA und Gas die Blutung zu verdünnen, sodass die Stelle des schärfsten Sehens wieder frei wird.

Macugen
Wachstumsfaktoren VEGF induzieren die Entstehung der feuchten Makuladegeneration. VEGF ist ein Protein, das sich selektiv an Rezeptoren auf der Oberfläche von Gefässendothel-Zellen bindet und sie aktiviert. In der Folge kann es zur Gefässneubildung, Gefäss-Permeabilität und Entzündung kommen. Neue Daten zeigen, dass VEGF der wichtigste angiogenetische Wachstumsfaktor bei der Entstehung der feuchten AMD ist.

Macugen ist ein sog. VEGF-Hemmer (bindet hochspezifisch an VEGF-Rezeptoren), d.h. dieses Medikament unterdrückt die Bildung des VEGF (Vascular-Endothelial Growth Factor)-Hormons, das das Wachstum neuer Blutgefässe stimuliert. Macugen blockiert die Signalweitergabe und die durch VEGF-Andockung verursachte Reaktion bzgl. Proliferation und Permeabilität an den Endothelzellen.

Avastin
Avastin (Bevacizumab) ist ein Medikament aus einer völlig neuen Substanzklasse. Es besteht aus Antikörpern, die gegen spezielle Proteine im Körper wirken, welche für die Ausbildung krankhafter neuer Blutgefäße bei bestimmten Erkrankungen verantwortlich sind.
Avastin hat nur eine Aufgabe: diese schädlichen Wachstumsfaktoren unschädlich zu machen.
Ursprünglich wurde Avastin für den Bereich der Tumortherapie entwickelt, da auch bösartige Tumore solche Wachstumsfaktoren bilden. Avastin wird bereits höchst erfolgreich zur Behandlung von bestimmten Darmtumoren eingesetzt.
Die Wachstumsfaktoren VEGF treten jedoch auch bei Gefäßerkrankungen am Auge auf, z.B. bei der feuchten Maculadegeneration, der diabetischen Retinopathie und bei Gefäßverschlüssen. In allen Fällen bedrohen die neu gebildeten Gefäße das Sehen, weil sie undicht sind oder/und zu Blutungen führen. Es ist daher sinnvoll, Avastin auch bei diesen Erkrankungen einzusetzen.

Behandlungserfolg und Komplikationen:
Zuerst wurde Avastin sehr erfolgreich bei Augenerkrankungen (Maculadegeneration) durch intravenöse Infusion, also in gleicher Weise wie bei Tumorbehandlungen, eingesetzt. Bei dieser Anwendungsart mit ihrer erheblichen Dosis sind allerdings in manchen Fällen systemische Komplikationen des Medikamentes möglich, zu denen Erhöhung des Blutdrucks, Eiweiß im Urin, Blutungen und der Verschluss von Arterien durch Blutgerinnsel gehören. Letztere können im schlimmsten Fall auch einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall auslösen.
Avastin darf daher systemisch nicht angewandt werden bei

  1. unkontrolliertem Bluthochdruck,
  2. bei bekannten Tumorerkrankungen, insb. bei Hirntumoren
  3. wenn eine Operation erst kürzlich erfolgt ist oder in Kürze erfolgen soll,
  4. wenn bekannte entzündliche Darmerkrankungen bestehen,
  5. bei bekannter Allergie gegen Avastin oder sog. CHO-Zellprodukte.
  6. bei Schwangerschaft.


Inzwischen werden Patienten mit Augenerkrankungen (feuchter Maculadegeneration und solche mit Zentralvenenverschluss) erfolgreich auch durch die isolierte Eingabe von Avastin in den Glaskörper behandelt, bei der weit unter 1% der systemischen Dosis gegeben werden muss. Das Medikament führt in diesem Fall isoliert nur im Auge zur Inaktivierung und Rückbildung von Gefäßneubildungen. Wie bei der systemischen Infusion muss allerdings in der Regel auch die Gabe ins Auge mehrfach wiederholt werden, im Abstand von jeweils 1-2 Monaten.

Die oben genannten systemischen Komplikationen sind bei dieser lokalen Gabe in den Glaskörper mit ihrer sehr geringen Dosis sehr unwahrscheinlich. Sie wurden bislang auch noch nicht beobachtet. Sie sind aber nach gegenwärtigem Kenntnisstand noch nicht endgültig auszuschließen. Falls daher bei Ihnen eine der obigen Erkrankungen oder Allergien besteht, teilen Sie uns dies bitte unbedingt mit !
Da Avastin kein Steroid ist, sind auch die Nebenwirkungen von Triamcinolon, Augendruckerhöhungen und Linsentrübungen, wenn überhaupt, so noch seltener als bei jenem zu erwarten.


* Lucentis
Lucentis (Ranibizumab) ist ein Spaltprodukt von Avastin und zählt damit auch zu den VEGF-Hemmern. Es soll die Bildung neuer Gefässe stoppen.


 

Jetrea (Ocriplasmin)

Jetrea wird zur Behandlung von Erwachsenen eingesetzt, die an einer Augenkrankheit namens vitreomakulärer Traktion (VMT) leiden, bei der auch ein kleines Loch in der Makula auftreten kann.

Was versteht man unter vitreomakulärer Traktion und Makulaloch?

  • Der Glaskörper ist eine gallertartige Masse im Augeninneren, der zur runden Form des Auges beiträgt. Mit zunehmendem Lebensalter löst sich der Glaskörper von der Netzhaut (Retina) ab, der lichtempfindlichen Schicht im hinteren Augenabschnitt.
  • Mitunter bleibt der Glaskörper jedoch an bestimmten Stellen der Netzhaut haften, vor allem an einer Stelle, die als Makula bezeichnet wird. Die Makula ist die Stelle des schärfsten Sehens, die für tägliche Aufgaben wie Verkehrsteilnahme, Lesen oder die Erkennung von Gesichtern benötigt wird. Diese Anhaftung des Glaskörpers an die Makula nennt man vitreomakuläre Adhäsion (VMA).
  • Die Bereiche mit einer vitreomakulären Adhäsion können eine Zugspannung auf die Makula ausüben. Diese Erkrankung nennt man vitreomakuläre Traktion (VMT).
  • Welche Folgen die Zugspannung, die auch Traktion genannt wird, hat, hängt davon ab, wo und wie stark der Glaskörper anhaftet.
  • Die VMT kann zu einem Loch in der Makula führen.


Ablauf der Operation

Die Durchführung der nur wenige Minuten dauernden Operation wird in der Solitude 24 von unseren Augenärzten durchgeführt  in aller Regel ist sie in Lokalanästhesie möglich.
Es wird mit einer sehr feinen Kanüle das Medikament in den Glaskörperraum injiziert. Die Öffnung ist so klein, dass sie sofort nach Entfernen der Nadel wieder dicht ist.

Das Ziel
Das Triamcinolon löst sich innerhalb vier bis acht Wochen auf. In diesem Zeitraum kommt es häufig bereits zu einer Sehverbesserung. Grundsätzlich hängt der erreichbare Behandlungserfolg von der zugrunde liegenden Erkrankung ab.
Das Ziel der Behandlung mit r-TPA ist nicht die komplette Sanierung des Befundes, sondern die Chance, eine bestehende organisierte Blutung aufzulösen.


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